Drucken

Michael Held ist gestorben

Michael Held ist am 7. August 2017 gestürzt und gestorben beim Versuch, etwas gegen die undichte Stelle im Bürodach zu tun.

Es ist so schwer, den Tod der vertrauten und geschätzten Menschen zu akzeptieren: Ist jemand krank, fragen wir „Warum“ und „Wieso jetzt schon?“. Hat jemand einen Unfall, sind wir fassungslos. Typisch Michael: Ein Problem tritt auf und also packt er an; es muss sofort geregelt werden, bevor er gleich für ein paar Tage zur Mahnwache nach Büchel fahren will.

Er ist gestorben „im vollen Lauf“. Seit er bei uns mitmacht, haben wir ihn als Allrounder kennengelernt. Wen hat er nicht alles gekannt; wo hat er überall mitgearbeitet?! Das können wir bis heute nicht vollständig aufzählen; und wahrscheinlich können wir auch nicht wirklich ermessen, in welchem Maße unser kleiner Verein davon profitiert hat.

Seine Einsatzbereitschaft war auch anstrengend: Da fragt man ihm nach einem bestimmten Sachverhalt - und er legt los. Wo er schon mal das Wort hat, weist er auf vielerlei Verknüpfungen hin und darauf, dass wir da und dort unbedingt noch aktiv werden sollten – einerseits eben anstrengend, andererseits immer inspirierend. Wenn wir seine Vorschläge nicht aufnehmen konnten, dann hat er sie oft selbst realisiert und war so ein Friedensreisender. Wer hätte gedacht, dass wir eine Kampagne wie das Bürgerbündnis 2017 angehen und er der Führende dabei wird? Die Zusammenstellung von Zielen in Anlehnung an die 16 SDJs war eine Wahnsinnsleistung – und ganz nach seinem Weltverständnis. Es ist einer der „jüngsten“ und engagiertesten Männer unseres Vereins gestorben; und es wird gewiss mehr als einen Menschen für den Fortgang der Kampagne brauchen.

Selbst an den schlanken Sätzen von Ökumenischen Weltversammlungen hakte er ein und beteiligte sich daran, Wege zu finden, diese Aussagen vor Ort bekannt zu machen und ihnen
bei der Arbeit konkrete Geltung zu verschaffen. Bei ihm brauchte niemand um Verständnis dafür zu werben, dass der Umgang mit dem Geld, dass die ökonomischen Prozesse entscheidend für Krieg oder Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sind – keine selbstverständliche Erkenntnis unter Kirchenleuten.

Dann kennen wir Michael noch als Wander-Verkäufer von Waren aus dem „Eine-Welt-Laden“. Nicht zu vergessen: Sein warmherziges Lächeln lässt er uns da. Es hat ein Mann mit uns gearbeitet, der den Sinn seines Lebens kannte und dabei unsere Anliegen in die Welt brachte.

Netzwerk Friedenssteuer e.V.